(Blog in English here.)
Lies die Vorgeschichte hier.
Bei der Location des Worshipabends angekommen, waren sogar schon einige Leute da. Etwas frech gingen wir an ihnen vorbei bis nach ganz vorne zur Türe. Sie standen schliesslich nicht so gedrängt, also sind sie selber Schuld. Man konnte Hillsong Live beim Proben zuhören und manchmal sangen sogar einige Leute mit. Das war echt schön. Dann begann es zu regnen und einige Menschen quetschten sich vor uns. Das war aber nicht weiter schlimm, denn die Frauen hatten Stöckelschuhe an, mit denen man sowieso nicht besonders gut rennen kann. Ich weiss schon, warum ich immer Turnschuhe anziehe…
Nach etwa zwei Stunden Warten, wurden wir endlich eingelassen. Wie abgemacht kümmerte ich mich nicht um meine Freundin, sondern rannte einfach nach vorne. Direkt vor der Bühne blieb ich stehen. Meine Freundin holte mich ein, der Raum füllte sich, und da ich meinen Platz hatte, konnte ich absitzen. Es vergingen ziemlich viele Minuten, bis ich bemerkte, was gerade passiert war. Ich stand genau in der Mitte. Man hätte nachmessen können! Mehr in der Mitte war nicht möglich! Das hatte ich noch nie zuvor erlebt und es war echt krass, wie sehr ich in der Mitte stand. Gott hatte mein Gebet so was von wörtlich genommen! Direkt vor mir stand ein Mikrofonständer. Ich fragte mich, ob wohl Reuben Morgan, der Worshipleader des Abends, dort stehen würde… Nach einer Ewigkeit fing die Show endlich an. Hillsong Live kamen auf die Bühne: Ben Fielding, Eric Liljero, Juliet Adekambi, Nigel Hendroff, Toni Romero, Jay Cook, Matthew Hann (ich hoffe, ich habe niemanden vergessen…) und REUBEN MORGAN. Er stand wirklich genau vor mir, und zwar so, dass er und seine Gitarre genau die Leinwand mit den Songtexten verdeckte. Aber das war mir egal, denn ich hatte die vielen Wochen vorher nur mit dem Üben der Texte verbracht, somit kannte ich sie auswendig. Ich kannte jedes einzelne Lied, das gespielt wurde, und theoretisch hätte ich mitsingen können.
Nach den ersten zwei Songs forderte Reuben die Menschen auf, ihre Kameras wegzulegen und die Musik wirken zu lassen. Nach diesen Worten, beim Anfang des dritten Liedes, war es um mich geschehen. Die Tränen sind nur noch geströmt. Es brauchte keinen Auslöser, ich war unglaublich glücklich, sie kamen einfach. Ohne einen speziellen Grund. Es hörte nicht mehr auf. Ich wusste genau, dass es Gott ist, der mich da berührt. Ich konnte nicht mehr singen. Die ersten Lieder stand ich nur da und weinte. Ich hatte die Augen zu und sang in meinem Herz mit ganzer Kraft mit. Irgendwann öffnete ich die Augen wieder, aber ich konnte immer noch nicht singen. Die Tränen rollten nur noch. Jedes einzelne Lied sang ich in meinem Herz, als Dank an Gott. Pastor Gary, der dann die Bühne betrat, sagte, man solle Gott um das bitten, was man sich genau in dem Augenblick wünsche. Ich hörte nicht auf zu weinen. Ich wusste gar nicht, was ich mir wünschen sollte, meine Dankbarkeit für diesen Abend war grösser als alles andere. Auch während den folgenden Liedern war Mitsingen nicht möglich. Normalerweise habe ich niemals genügend Tränen für mehr als eine Stunde, aber das war ja auch nicht normal. Dann stellte ich fest, dass Reuben eines seiner Guitar Picks verloren hatte. Ich bat Gott darum, dass ich es als Andenken an diesen Abend haben könnte. Hillsong Live begannen mit den letzten zwei Liedern. Wie aus dem Nichts hörten meine Tränen auf. Gemeinsam mit allen anderen feierte ich Gott noch einmal so richtig. Am Ende des Konzertes, löste sich die Menge auf und ich konnte das Guitar Pick nehmen. Meine Augen sahen schrecklich aus. Ich benutze wasserfestes Make-Up, aber auch die besten Artikel halten so vielen Tränen nicht stand… Ich kaufte mir eine CD und ein „God Is Able“-T-Shirt.
Wieder zurück im Bed & Breakfast, trafen wir unsere Mitbewohnerin. „I saw you guys jumping right at the front. You are really passionate about God, you have God in your heart.“ Ich hab doch gewusst, dass sie auch am Konzert ist!
Wir stellten den Wecker auf 04:30 (sehr ermutigend, wenn wir doch erst um 01:00 ins Bett kommen…). Am nächsten Morgen schrieben wir eine Karte für unsere Vermieterin, assen Frühstück und nahmen den Zug nach Payerne. Der hatte ziemlich viel Verspätung und wir hätten den Anschluss fast verpasst. Aber Beten hilft und der Anschlusszug wartete auf uns. Angekommen in Fribourg, besorgte ich mir ein französisches 20 minutes (Zeitung) und wir warteten auf den Zug nach Zürich. Nie wieder Pendlerverkehr! Der Zug war komplett überfüllt und wir hatten Glück, dass wir einen Platz fanden. Mein neues T-Shirt trug ich mit Stolz, denn es sagte genau das aus, was mir an diesem Abend passiert war.
Auch das Problem mit dem Deutschaufsatz löste sich in Nichts auf. Ich erfuhr von den anderen in der Klasse, dass sie nur ein einziges Thema zur Auswahl hatten und dieses auch noch ziemlich schwierig war. Für den Nachaufsatz konnte ich mich vorbereiten, was mir ziemlich half. Und wer kann da noch behaupten, dass Gott seine Finger nicht im Spiel hat?
Es ist wunderschön, wie Gott an diesem Tag seine Gegenwart so deutlich gezeigt hat. Ich wollte unbedingt hingehen, weil ich Gott loben und anbeten wollte. Weil ich alles dafür gegeben habe und mir alles andere (Kosten, Probleme, etc.) egal war, war er an diesem Abend so nahe bei mir und berührte mich. Ich hatte so sehr dafür gebetet, dass dieser Abend speziell werden würde, auch wenn ich nie erwartet hätte, dass ich ihn mit Tränen verbringen würde. Alles, worum ich Gott gebeten hatte, traf ein. Den ganzen Abend konnte ich mit ihm verbringen. Alles an diesem Konzert, auch die Nachwirkungen, war perfekt. Ich hatte Gott eingeladen und er kam in mein Herz. Was gibt es Schöneres?